Brüssel, 8. April 2019
Morgen beim „Digitalen Tag 2019“ werden die EU-Mitgliedstaaten voraussichtlich drei Erklärungen unterzeichnen, um ihre Bemühungen und Ressourcen zur Beschleunigung der digitalen Entwicklungen in bestimmten Schlüsselbereichen zu bündeln, die unseren Volkswirtschaften und Gesellschaften greifbare Vorteile bringen können.
Zum diesjährigen Digitalen Tag werden die Mitgliedstaaten und EU-Organe mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenkommen, um die Zusammenarbeit im Digitalbereich voranzubringen. Schwerpunkte sind diesmal die Digitalisierung des Kulturerbes, eine intelligente und nachhaltige Landwirtschaft und die Förderung der Beteiligung von Frauen im Digitalbereich. Dabei bauen sie auf der erfolgreichen Zusammenarbeit auf, die bei früheren digitalen Tagen in die Wege geleitet wurde, z. B. auf Gebieten wie künstliche Intelligenz (2018) und Hochleistungsrechnen (2017).
Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, sagte dazu: „Der digitale Binnenmarkt nimmt nun schrittweise Gestalt an und wir sind weiterhin entschlossen, Europas digitales Potenzial voll auszuschöpfen. Die heute eingegangenen neuen Verpflichtungen untermauern die Bemühungen der Mitgliedstaaten, ein wettbewerbsfähigeres und inklusiveres digitales Europa aufzubauen.“
Die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin, Mariya Gabriel, ergänzte: „Der Digitale Tag bietet eine wichtige Gelegenheit, unseren digitalen Binnenmarkt weiter zu vollenden. Der Austausch, der im Laufe dieses Tages stattfindet, wird den Mitgliedstaaten weitere Impulse für die Digitalisierung geben und verdeutlicht den Mehrwert eines abgestimmten Vorgehens in diesem Bereich.“
Die teilnehmenden Mitgliedstaaten werden neue Erklärungen über die Zusammenarbeit auf folgenden Gebieten unterzeichnen:
- Stärkung der Beteiligung von Frauen im Digitalbereich: Frauen machen 52 % der europäischen Bevölkerung aus, besetzen aber nur 15 % der Arbeitsplätze im IKT-Bereich. Die Mitgliedstaaten werden sich zu einer engeren Zusammenarbeit verpflichten, um die Sichtbarkeit und die Mitwirkung von Frauen in der digitalen Wirtschaft zu erhöhen. Die Erklärung beruht auf den Schlussfolgerungen des EU-Ratsvorsitzes zur Gleichstellung der Geschlechter, zur Jugend und zur Digitalisierung sowie auf der Erklärung zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Mehr zu der Erklärung morgen hier um etwa 12.30 Uhr MEZ.
- Aufbau einer intelligenten und nachhaltigen digitalen Zukunft für die europäische Landwirtschaft und den ländlichen Raum: Eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Nutzbarmachung digitaler Technik kann dazu beitragen, wichtige wirtschaftliche, soziale, klimatische und ökologische Herausforderungen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum zu bewältigen. Die intelligente Landwirtschaft wird nicht nur helfen, die Effizienz landwirtschaftlicher Betriebe zu erhöhen, sondern kann auch dazu beitragen, nachhaltige Arbeitsplätze und ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen sowie die Lebensqualität im ländlichen Raum zu erhöhen. Mehr zu der Erklärung morgen hier um etwa 15.30 Uhr MEZ.
- Digitalisierung des Kulturerbes: Modernste Digitaltechnik kann dazu beitragen, das reiche kulturelle Erbe Europas zu bewahren und die Risiken zu mindern, denen es ausgesetzt ist. Aufbauend auf den Impulsen des europäischen Jahres des Kulturerbes 2018 zielt die Erklärung darauf ab, die Digitalisierung von Gegenständen des Kulturerbes, Denkmälern und Kulturstätten voranzutreiben sowie die Einbeziehung der Bürger und die grenzübergreifende Zusammenarbeit zu fördern. Weitere Informationen morgen hier um etwa 17.20 Uhr MEZ.
Zu den Höhepunkten des Digitalen Tags 2019 zählen die Vorstellung der Leitlinien für eine vertrauenswürdige künstliche Intelligenz (KI), die von der hochrangigen Expertengruppe für künstliche Intelligenz aufgestellt worden sind (siehe auch die heutige Mitteilung der Kommission zur KI), sowie eine Reihe von Podiumsdiskussionen, darunter auch zu den Fortschritten auf dem Weg zu einem digitalen Binnenmarkt.
Im Vorfeld des Digitalen Tags werden heute Nachmittag Akteure aus dem südlichen Mittelmeerraum auf der Konferenz „Digital4Med“ nach neuen Formen der Zusammenarbeit in den Bereichen der Konnektivität und Daten suchen. Die Veranstaltung kann heute ab 14.00 Uhr MEZ live verfolgt werden.
Hintergrund
Im Jahr 2019 findet der Digitale Tag zum dritten Mal statt. 2018 lag der Schwerpunkt auf fünf Initiativen, die im letzten Jahr gut vorangekommen sind:
- Alle EU-Mitgliedstaaten ziehen beim Thema KI an einem Strang‚ was zur Aufstellung des koordinierten Plans für künstliche Intelligenz (einer dreiteiligen europäischen KI-Strategie) und zur Einsetzung der Expertengruppe führte, die heute ihre Ethik-Leitlinien vorgestellt hat.
- 20 Mitgliedstaaten erklärten ihre Bereitschaft‚ Daten zur Verbesserung der individuellen Gesundheitsfürsorge und zur Vorbeugung von Krankheiten zur Verfügung zu stellen, und arbeiten nun in Fachgruppen daran, bis 2022 eine Kohorte von mindestens 1 Mio. Genomen in der EU zu erreichen.
- 27 Länder haben sich einer europäischen Partnerschaft bei Blockchain-Technologien angeschlossen‚ die Ende 2018 zur Festlegung einer ersten Reihe von Anwendungsfällen für grenzübergreifende digitale öffentliche Dienste geführt hat.
- Das Innovations-Radar wurde als Online-Werkzeug eingerichtet und bietet einen einfachen Zugang zu Innovationen, die mit EU-Mitteln gefördert werden, und zu den dahinter stehenden Innovatoren.
- Mehrere Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, die vernetzte und automatisierte Mobilität zu unterstützen, und haben dazu regionale Vereinbarungen unterzeichnet, die der Umsetzung der eingegangenen Verpflichtungen in Bezug auf grenzüberschreitende 5G-Testkorridore dienen. Im November 2018 wurden im Rahmen des Programms Horizont 2020 die ersten drei Projekte für grenzüberschreitende 5G-Testkorridore auf den Weg gebracht.
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